Stromanstieg trotz Energieeffizienz?
Bis 2020 soll laut Bundesregierung der Stromverbrauch 10 Prozent unter dem Niveau von 2008 liegen. Dabei soll die Bevölkerung kräftig mithelfen und alte Stromfresser wie Backöfen, Kühlschränke und Waschmaschine durch neue und sparsamere Geräte ersetzen. Doch das funktioniert nicht unbedingt.
Die Deutsche Energieagentur schätzt, dass sich etwa die Hälfte der Sparziele auf diesem Weg erreichen ließe. Laut einem Bericht der Zeit haben Forscher um den Berkeley-Ökonomen jedoch gezeigt, dass effiziente Geräte zum Teil zu einem höheren Verbrauch führen. Entdeckt wurde dieses Phänomen in Mexiko.
Ähnlich wie bei der Abwrack-Prämie wurden dort die Bürger durch Verschrottungsprämien angespornt, ihre Klimaanlagen und Kühlschränke gegen neue und effiziente Geräte zu tauschen. Tatsächlich erneuerten die Mexikaner rund 850.000 Kühlschränke und 100.000 Klimaanlagen.
Die Forscher stellten jedoch fest, dass der Stromverbrauch nur leicht sank: Gerade einmal 132 Kilowattstunden sparten die neuen Kühlschränke im Jahr ein. Bei den Klimaanlagen stieg der Stromverbrauch sogar leicht an.
Der Grund: Die Mexikaner änderten ihr Nutzungsverhalten. Während sie die alten stromfressenden Klimaanlagen nur ganz bewusst zur Mittagszeit nutzten, schalteten sie die neuen Geräte viel häufiger ein und ließen sie länger laufen, da die Angst vor einer hohen Stromrechnung sank. "Weil energieeffiziente Geräte im Gebrauch weniger kosten, werden sie mehr genutzt", so die Forscher.
Ähnlich lief es bei den Kühlschränken: Viele Mexikaner entschieden sich beim Neukauf für High-End-Modelle mit Extras wie Eiswürfel-Spendern in der Tür.
Fazit: Energieeffiziente Geräte sind durchaus sinnvoll, sofern sie verantwortungsbewusst eingesetzt werden. Wie viel Strom verbrauchen Sie? Der Stromverbrauch-Rechner













