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Energiewende und Tourismus vertragen sich gut

Immer öfter kreuzen beim Urlaub im eigenen Land Erneuerbare Energien den Weg und gehören mittlerweile schon zum Landschaftsbild. In vielen Urlaubsregionen sind Erneuerbare Energien inzwischen nicht nur zum Wirtschafts- sondern auch zum Tourismus-Faktor geworden.

Laut Statistik erhöhte sich der Beitrag Erneuerbarer Energien zum Bruttostromverbrauch 2012 in Deutschland auf fast 23 Prozent, nach 7,8 Prozent im Jahr 2002. Zugleich unternahmen die Bundesbürger im vergangenen Jahr 21,5 Millionen mehrtägige private Urlaubsreisen im eigenen Land; das waren 12 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. „Erneuerbare Energien bilden vielerorts ein attraktives Ausflugsziel für Fachbesucher oder auch für technisch und ökologisch interessierte Urlaubsgäste“, so Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Hand in Hand mit dem Tourismus entfaltet die Energiewende in vielen deutschen Kommunen und Regionen eine Hebelwirkung für zukunftsträchtige Investitionen.“ Im Tourismus-Sektor ist zudem das Einsparpotenzial durch innovative Technologien besonders groß, da häufig ein konstant hoher Energiebedarf besteht.

Beispiel Rügen

Auf Deutschlands größter Insel, die zugleich eine von bundesweit knapp zwei Dutzend Bioenergie-Regionen ist, kommt Wärme aus regenerativen Quellen verstärkt in Erholungszentren zum Einsatz. „Von den Urlaubern werden nachhaltige Tourismuskonzepte zunehmend nachgefragt“, berichtet die Projektkoordinatorin der Bioenergieregion Rügen, Kim Hildebrandt. Auf der Rügen sollen Erneuerbare Energien-Anlagen künftig auch für einen Erlebnis-Mehrwert sorgen: „Wir planen eine Geocaching-Tour, also eine GPS-gestützte Wanderung zum Thema Erneuerbare Energien“, erläutert Hildebrandt. Organisierte Führungen zu Wind- und Solarparks gibt es auf der Insel bereits.

Mehr Windkraft und steigende Übernachtungszahlen

Wie Erneuerbare Energien und Tourismus sich gegenseitig ergänzen können, zeigt auch Hessens höchstgelegenes Städtchen, Ulrichstein am Vogelsberg. Der bei Erholungssuchenden und Freizeitsportlern beliebte Ort zählt mittlerweile 53 Windkraftanlagen im weitläufigen Stadtgebiet. Die Bedeutung der Erneuerbaren Energien ist stetig gewachsen. Mit dem Repowering - also dem Ersatz alter durch neue, leistungsfähigere Windräder - hat man begonnen. „Die Zahl der Übernachtungen in Ulrichstein ist 2012 gegenüber dem Vorjahr um 700 auf rund 12.000 gestiegen. Wir freuen uns über einen Zuwachs an umweltfreundlichen Erneuerbaren Energien und an touristischem Zuspruch für Ulrichstein“, berichtet Bürgermeister Edwin Schneider.

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