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E10-Sprit: Fragen & Antworten zum neuen Kraftstoff

Seit 1.Januar 2011 kann die neue Benzinsorte E10 mit 10% Bioethanol an deutschen Tankstellen verkauft werden. Noch ist E10 nicht flächendeckend verfügbar, doch widersprüchliche Berichte verunsichern die Verbraucher. Dabei können bei Beachtung der Herstellerhinweise durch E10 keine Schäden an Fahrzeugen auftreten.

Und der entscheidende Preistreiber für Benzin ist nicht E10, sondern neben Steuern vor allem der Erdölpreis. Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft beantwortet die wichtigsten Fragen rund um den neuen Kraftstoff.

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Was ist E10 und warum wird es eingeführt?

E10 bezeichnet Benzin, das bis zu 10% Bioethanol enthalten kann. Bioethanol ist Alkohol, der durch Fermentation und Destillation aus nachwachsenden Rohstoffen wie Getreide und Zuckerrüben gewonnen wird. Bisher betrug der Bioethanolanteil im Benzin bis zu 5%. Die höhere Beimischung verbessert die Klimabilanz von Benzin: Bioethanol aus deutscher Erzeugung senkt die CO2-Emissionen um 50%, mittelfristig werden wegen technologischer Verbesserungen 70% Treibhausgasminderung erreicht. So werden durch E10 bis zu 3,6 Millionen Tonnen CO2 im Jahr vermieden. Außerdem werden mit E10 10% des Benzins durch einen aus heimischen landwirtschaftlichen Rohstoffen hergestellten Biokraftstoff ersetzt. So erhöht E10 die Unabhängigkeit unserer Energieversorgung und hilft, die Erdölreserven zu schonen.

Warum ist E10 nicht seit 1. Januar flächendeckend verfügbar?

Es war nicht zu erwarten, dass E10 zum Stichtag 1.1.2011 schlagartig flächendeckend angeboten werden würde. Die gesetzlichen Regelungen, die Voraussetzung für die Einführung von E10 waren, sind Mitte Dezember 2010 in Kraft getreten. Danach haben die Umstellungsarbeiten der Mineralölindustrie begonnen, die mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Wird Tanken durch E10 teurer?


Für die E10-Preise an den Tankstellen sind nicht die Mehrkosten für Bioethanol von maximal 0,01EUR pro Liter entscheidend, sondern neben Steuern vor allem die Erdölpreise. Nach der Einführung von E5 sind im Jahr 2009 die Tankstellenpreise gegenüber 2008 von 1,40EUR auf 1,28EUR gesunken und im Jahr 2010 auf 1,41EUR gestiegen. Diese Preisbewegungen hängen vom Erdölpreis ab. Die Einführung von E10 ändert daran nichts.

In der Praxis muss man mit E10 auch nicht öfter tanken als bisher. E10 hat zwar einen minimal niedrigeren Energiegehalt als herkömmliches Benzin (E5), gleicht dies aber durch einen wesentlich höheren Sauerstoffgehalt wieder aus, der den Wirkungsgrad des Motors steigert und damit die Energie besser nutzt.

Die Einführung von E10 stand in der letzten Legislaturperiode schon einmal zur Debatte, wurde dann aber gestoppt. Was hat sich seither verändert?

Vor drei Jahren wurde die Einführung von E10 unter anderem deswegen verschoben, weil nicht zweifelsfrei geklärt war, welche Fahrzeuge einen Bioethanolanteil von 10% vertragen. Dies ist nun anders: Alle Hersteller machen verbindliche Angaben zur E10-Verträglichkeit ihrer Modelle. Außerdem wurde nun festgelegt, dass Super-Benzin mit maximal 5% Bioethanol (E5) weiterhin angeboten werden muss. Eine weitere Neuerung sind die strengen Nachhaltigkeitsvorschriften für Biokraftstoffe, die zum Jahreswechsel in Kraft getreten sind.

Was müssen Autofahrer beachten?

Nicht alle Fahrzeuge können E10 tanken. Nach Angaben des ADAC sind 90 Prozent der benzinbetriebenen PKW E10-tauglich. Demnach müssen etwa drei Millionen PKW sowie eine Million Krafträder auf die Bestandsschutzsorte E5 zurückgreifen. Bevor zum ersten Mal E10 getankt wird, sollte man sich unter www.dat.de/e10 vergewissern, ob das Fahrzeug zur Verwendung von E10 freigegeben ist. Ist das nicht der Fall, muss weiterhin das herkömmliche Benzin mit maximal fünf Volumenprozent Bioethanol getankt werden.


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