Jugendlichen fehlt Zugang zur Energiewende
Eine Umfrage zeigt, dass Jugendliche ein zukunftsorientiertes Handeln zwar als wichtig erachten und über 67% der 14- bis 19-Jährigen sagen, dass sie Menschen interessant finden, die über das eigene Leben hinaus Verantwortung übernehmen. Aber praktische Beiträge zum Schutz von Klima und Umwelt sind im Alltag nur wenig angesehen.
Durchgeführt wurde die Befragung von der GfK und dem Öko-Energieversorger Polarstern.
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Dinge wie zum Beispiel den Müll trennen oder Energie sparend kochen und abwaschen kommen nur bei 37 Prozent gut an. Vielmehr bestimmt der Konsum ihr Leben. 74 Prozent der Jugendlichen finden ein ausgesprochenes Trendbewusstsein attraktiv. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Thema Luxus. Darauf steht immerhin über die Hälfte. Wer hingegen an Fair Trade-Produkte denkt, ist nur für weniger als ein Viertel der Jugendlichen interessant. Insgesamt schätzt rund ein Drittel von ihnen die Bedeutung des eigenen Beitrags zur Energiewende als gering ein. Angesichts der komplexen Herausforderung sehen sie vor allem die Politik und die großen Konzerne in der Pflicht, die Themen anzustoßen.
Laut Edgar Göll vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung ist es zum einen eine lebensalterabhängige Positionierung. Hinzu kommt aber, dass das Umweltbewusstsein "diffundiert" ist und dadurch Anknüpfungspunkte für das eigene Handeln schwer ersichtlich sind. "Schließlich geht es nicht isoliert um 'den' Schmetterling oder 'den' Delphin. Der Umweltzustand wird vielmehr sowohl mit anderen Aspekten in Beziehung gesetzt, sozusagen in den Alltag übersetzt, als auch als globaler Gesamtzusammenhang gesehen, wie beim Beispiel Klimaschutz." Angesichts dieser Situation die Hände in den Schoß zu legen und auf Einsicht mit dem Alter zu warten, ist laut Göll die falsche Folgerung. Denn "diese Lebensphase ist bedeutsam für die lebensweltlichen Entwürfe". Entsprechend soll Jugendlichen der Zugang zu nachhaltigen Themen erleichtert werden. Eine zentrale Rolle sieht er in der Nachhaltigkeitskommunikation.
Jugendliche brauchen Vorbilder und richtige Ansprache
Was läuft in der Nachhaltigkeitskommunikation schief, hat Polarstern den Soziologen Dr. Edgar Göll gefragt. Eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes sieht passende Zugänge und milieuspezifische Anknüpfungspunkte als wichtige Ansatzpunkte. Es fehlen heutzutage zielgruppenspezifische Anreize zu praktikablen Verhaltensalternativen, die in den Lebenswelten der Jugendlichen auch direkt umsetzbar sind, so die Erkenntnis der BMU-Studie. Das heißt, junge Menschen müssen besser erreicht, motiviert und mobilisiert werden. Denn richtig angesprochen sind sie durchaus interessiert und auch bereit, sich zu engagieren.
Was ist eigentlich Strom?
Die GfK-Umfrage im Auftrag von Polarstern kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass für 70 Prozent der Jugendlichen Vorbilder wichtig sind, um große Herausforderungen wie zum Beispiel die Energiewende anzugehen. "Hier haben Menschen im direkten Umfeld der Jugendlichen die größten Einflussmöglichkeiten", sagt Florian Henle, Mitgründer von Polarstern. Neben der Werteerziehung durch die Eltern, die schon im frühen Kindesalter beginnt, gewinnt bei den Jugendlichen der eigene Freundeskreis an Bedeutung.













